Trend: Wohnen in der Stadt
Die demografische Entwicklung sorgt im Immobiliensektor ständig für neue Herausforderungen — auch der vielerorts feststellbare Trend "Zurück in die Stadt!" gehört dazu. Eine Entwicklung, die sich allerdings noch nicht so recht herumgesprochen zu haben scheint; zu wenig wissen selbst "die Marketingspezialisten in den meisten Wohnungsunternehmen. über die zukünftige Nachfrage nach Wohneigentum", so Prof. Christiane Thalgott, die ehemalige Münchner Stadtbaurätin, im Oktober 2007. Kein Wunder, "ist die Transparenz bei der Wohnungsentscheidung eher selten." Nur eines scheint sicher: Experimente hinsichtlich des Wohnens werden von der heutigen jungen Generation eher abgelehnt, die ihre prägenden Wohnerfahrungen zwischen 15 und 27 Jahren gemacht hat. Diese Generation legt stattdessen ihr Hauptaugenmerk auf die Wohnkosten oder Mietpreis — Pragmatismus statt Abenteuer, '68 ist endgültig Geschichte.
(Quelle: www.bauzentrale.com)
Urbanität ist Trumpf
Viele Städte tragen dieser erfreulichen Entwicklung bereits Rechnung. Schließlich gewinnen sie mit den neuen Aufgaben, die sich ihnen stellen, neue Attraktivität, neue Impulse und schlechthin neues Leben. Einer der wesentlichen Ursachen ist sicher die bessere Infrastruktur, die ja bekanntlich auf dem Land immer mehr verkümmert. Denn die neuen Bewohner suchen und finden in der Stadt Jobs, Kommunikationsangebote und Dienstleistungen jeder Art sowie zusätzlich ein breit gefächertes kulturelles Angebot. Gerade junge Familien sind auf die Existenz eines solch attraktiven Umfelds angewiesen; wo Kindergarten, Schule und Einkaufsmöglichkeit in der Nähe sind, dort lässt sich der Alltag leichter bewältigen.
Auch die EU hat sich dieses Themas bereits an prominenter Stelle angenommen. So verabschiedeten die EU-Städtebauminister — während der deutschen Ratspräsidentschaft — am 25. Mai 2007 in Leipzig die "Leipziger Charta" zur nachhaltigen europäischen Stadt. Sie insistiert u.a. auf die Wichtigkeit qualitätsvoller öffentlicher Räume für qualifizierte und kreative Arbeitskräfte und betont die Bedeutsamkeit der baulichen Elemente eines urbanen Milieus. Hier eröffnet sich einem vorausblickenden und verantwortungsvollen Immobilienmanagement eine Fülle von Möglichkeiten — denn gerade im Innenstadtbereich vieler Kommunen mangelt es nach wie vor an geeignetem Wohnraum für junge Familien; der Sanierungsbedarf hier dürfte in den nächsten Jahren deutlich steigen.
Zumal den jungen Interessenten Konkurrenz ins Haus steht: ältere Menschen, die für ihren Lebensabend ein urbanes Umfeld mit Kommunikations-, Kontakt- und allen Versorgungsmöglichkeiten suchen. Auf diese vielfältigen Herausforderungen reagieren viele Kommunen z.B. mit breit aufgelegten Programmen zur Innenstadt-Revitalisierung oder neuen Nutzungsformen wie etwa multifunktionalen Einkaufszentren, die eine Vielzahl der gesuchten Leistungsmerkmale aufweisen. Entwicklungen, von denen engagierte Immobilienberater ebenfalls profitieren werden.
